Editorial von Stephan Sigg
Zu viel Gewalt, «Bad News» und Panikmache – gerade in diesen Wochen ertappe ich mich dabei, dass mir die Lust auf Nachrichten immer mal wieder vergeht. Warum die Zeitung, die App noch öffnen? Es wartet doch nur die nächste verbale Entgleisung. Dabei habe ich mir an Aschermittwoch vorgenommen, bis Ostern den Blick für gute Nachrichten anzutrainieren. Eine grosse Herausforderung! Manchmal wünsche ich mir ein «Ostern» in den Medien. Christinnen und Christen feiern an Ostern die Auferstehung von Jesus. Es ist auch eine Einladung, den Fokus für das Positive zu schärfen. Das Kreuz, das Markenzeichen des Christentums, hat zwei Facetten in sich vereint: Zuerst war es ein Mordinstrument und ein Zeichen des Scheiterns, dann entwickelte es sich immer mehr zum Symbol der Auferstehung. Es lässt sich auch so interpretieren: das Leid und Ungerechtigkeiten nicht ausblenden, aber genauso wenig das Positive aus den Augen verlieren. Mut machende Geschichten? Findet man oft direkt vor der Haustür. So ging es unserer Redaktion, als sie sich auf die Suche nach Ostergeschichten in der Gegenwart machte. Wir fragten an und wurden überrascht. Mit anderen ins Gespräch kommen: Welche Krisen hast du schon gemeistert? Was hat dir dabei geholfen? Damit können wir uns gegenseitig Mut machen.
Veröffentlichung: 03. April 2025